Projekt "Jugend gegen Gewalt"
Das Anwachsen der Fremdenfeindlichkeit in Frankfurt (Oder) erfährt im Frühjahr 1991 mit den Krawallen anlässlich der Grenzöffnung nach Polen einen traurigen Höhepunkt, dem sich Jugendgewalt in den Stadtvierteln und an den Schulen anschließen. Schlägereien und gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Schülergruppen an einer Frankfurter Realschule und im benachbarten Wohngebiet sind der Auslöser, sich gegen Gewalt zu stellen.
Die Kinder und Jugendlichen der Realschule und des Wohngebietes gründen das Projekt "Jugend gegen Gewalt" am 12.11.1991 mit folgendem Ziel: Verständigung, gegenseitige Anerkennung und Kameradschaft, vor allem aber die Achtung der Menschenwürde, sollen die Neigung zu Aggressionen und Gewalt mindern.
In den folgenden Monaten entwickeln die Jugendlichen ein Tutorensystem für den Aufbau und die Gestaltung des Projektes, da sich inzwischen über 1500 Kinder und Jugendliche aus allen Frankfurter Schulen am Projekt beteiligen. Jugendliche übernehmen dabei Verantwortung und erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten werden von Schülern an Schüler weitergegeben. Sie sind selbst Gruppen- bzw. Übungsleiter und machen sich dafür kompetent. Damit lässt sich das vielseitige Kursangebot in den Bereichen Sport, Kultur, Politik, Medien etc. fast kostenlos tragen.
Wichtige Langzeitprojekte im Überblick
seit 1995: Fußballpokalserie „Jugend gegen Gewalt“ mit jährlich sechs bis 10 Turnieren unter Beteiligung von Asyl-, Umsiedler-, Straßen- und Schülermannschaften

seit 1997: Aufarbeitung der DDR-Geschichte und Erarbeitung der Wanderausstellung „Leben und Arbeiten in der DDR – vom Volksaufstand zum Mauerfall“ unter Beteiligung von bisher 451 Jugendlichen
Elisabeth Alter, Jörg Vogelsänger und Wilfried Bremer
seit 1997: „Unser Haus Europa“ als ein Kernelement des Aufbaus von Schulpartnerschaften und des interkulturellen Lernens mit dem Schwerpunkt der Sensibilisierung aller beteiligten Jugendlichen für den „europäischen Bürger
seit 1997: AG „Zeitzünder“ als Rahmen für die Entwicklung und das Training der fundierten Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Problemen unserer Zeit. Ausbildungsschwerpunkte sind dabei selbst organisierte Workshops und Diskussionen mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur
seit 1998: halbjährliche Spendenaktion für Bedürftige, die bereits in den Kosovo, nach Weißrussland und Polen aber auch in deutsche Kinderheime gingen

2000-2002: Vorbereitung und Durchführung der Sternfahrt „Jugend gegen Gewalt“ mit abschließendem Rockkonzert in Frankfurt (Oder). Neben den Rahnschülern nahmen 1200 Jugendliche aus Ostbrandenburg teil
2002: Eröffnung des Projekt-Jugendklubs in Frankfurt (Oder)
seit 2002: „S(z)auberhaftes Fürstenwalde“ ist das Motto für die halbjährliche Beteiligung an verschiedenen Reinigungsaktionen im Stadtgebiet

seit 2005: Unter dem Titel „Jung und Alt gemeinsam“ haben die Jugendlichen jüngst mit dem Seniorenbeirat der Stadt Fürstenwalde einen Vertrag unterzeichnet, nach dem künftig gemeinsame Aktivitäten entfaltet werden sollen. Damit wollen sich unsere Jugendlichen aktiv in den gesellschaftspolitisch determinierten Generationenkonflikt einmischen und am Prozess der Herstellung von Generationengerechtigkeit mitwirken.
seit November 2005: Arne Gaede, Paul Martin Gerlach, Norman Gleinig, Philipp Skrandies und Marvin Wegener aus der COM04 veranstalten einen wöchentlichen Computerkurse für Senioren.
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