Von Halloren, Hallensern und Halunken
Die größte Stadt Sachsen-Anhalts feiert ihr 1200-jähriges Jubiläum in diesem Jahr. Im Chronicon Moissaiacence 806 wird der Ort Halle, als "Halla" erstmals genannt, was aus dem Keltischen stammt und Salz bedeutet. Unsere Universitäts- und Kulturstadt ist reich an historischen Schauplätzen und Ereignissen. Als erste Frau Deutsch-lands promovierte hier 1754 Dorothea Christine Erxleben mit "...der Heilung der Krankheiten". Das Landesmuseum für Vorgeschichte ist mittlerweile weltbekannt als Heim-stadt der "Himmelsscheibe von Nebra". Der Mathematik-professor Georg Cantor entwickelte in Halle die Mengen-lehre. Außerdem hält die älteste Gelehrtengesellschaft Deutschlands, die "Leopoldina", zahlreiche Fachvorträge für die interessierte Öffentlichkeit bereit. Studenten nennen die Stadt „Genschmann – City“, eigentlich nur, weil der ehemalige deutsche Außenminister Hans- Dietrich Genscher das Hallesche Gymnasium besuchte und vor Ort studiert hat. Eine Eintragung in das Guinness Buch der Rekorde erhielten kürzlich Hallenser Kinder für die längste Radierung der Welt unter der Überschrift „Zeitreise in Halle an der Saale“. Ob Händeldenkmal, das einzige auf dem europäische Festland existierende Beatles- Museum oder die über Ländergrenzen hinaus bekannte und 1804 gegründete erste deutsche Schokoladenfabrik, die Zeit reicht kaum aus, um die Stadt in ihrer Vielfalt genauer kennen zu lernen.
Auch für uns ist das Jubiläum Anlass, uns mit der Heimstadt etwas näher zu beschäftigen. In allen Ausbildungsbereichen entstanden über Projektarbeiten interressante und auch eindrucksvolle hallische Impressionen. Im Treppenhaus erinnert ein meterlanger Zeitstrahl an die wechselvolle Geschichte der Stadt und lädt zu einem Bummel durch die Jahrhunderte ein. Andere wiederum gestalteten einen Kalender mit selbstge-schossenen Momentaufnahmen aus den verschiedenen Epochen der Baukunst. Natürlich hat unsere Stadt auch ihr eigenes Wappen. Auszubildende des Baubereiches haben es in Porenbeton gemeißelt und so zum Teil ihrer Ausbildung werden lassen. Nun schmückt es den Eingang zum Werkstattgelände. Die Teilnehmer der Berufsvorbereitung hatten zu einem großen Wissensquiz unter dem Motto „Kennst du deine Stadt?“ aufgerufen. Dabei wurde rundum städtisches Wissen getestet und mit kleinen Preisen belohnt. Mit Geduld und einigem Talent entstand das nachge-baute hölzerne Salinemuseum. Es ist ein echtes Meisterwerk und kann am „Berufsspezifischen Fachtag" des Fachbereiches Holztechnik in Augenschein genommen werden. Ob nun ein Reliefbild aus Metall von der Burg Giebichenstein, eine aufwendige Intarsienarbeit zum Jubiläum oder Kohlezeichnungen von historischen Ecken Halles, die es schon lange nicht mehr gibt. Der Phantasie waren kaum Grenzen gesetzt. Kulinarische Spezialitäten (man denke z.B. nur an Kathi Backwaren) und typische hallische Rezepte umrahmt von Sagen und Geschichten zur Stadt wurden vom Fachbereich Ernährung und Hauswirtschaft präsentiert.
Eines sei noch klar gestellt: Hallenser sind die in Halle/Saale geborenen. Als Halloren gelten jene alteinge-sessenen Hallenser, die der noch heute existierenden „Salzwirker- Brüderschaft im Thale zu Halle“ angehören. Mit Halunken werden Zugezugezogene bezeichnet. Das ist so, seit Heinrich Heine einst von der Stadt und ihren Einwohnern sprach.
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